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Obertraubling Sicht aus Höflinger Forst Mai 2016 Autor Mullen (2).jpg

Chemische Wasseranalysen für das Trink- und Brauchwasser

18.10.2018 Die Wasserversorgungsunternehmen sind gehalten die Härtegrade und den Härtebereich sowie die chemische Untersuchung und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bekannt zu geben.

Nach dem Untersuchungsergebnis vom Juli/August 2018 hat das
von den Gemeindewerken Obertraubling gelieferte Wasser folgende Eigenschaften:

Gesamthärte: 20,1o dH (deutsche Härtegrade)
Härtebereich: hart (§ 9 Wasch- und Reinigungsmittelgesetz)
Der pH-Wert des Wassers liegt bei 7,36

Die Werte für Natrium, Kalium, Nitrat, Chlorid und TOC (gesamter organischer Kohlenwasserstoff,
Summenparameter für organische Substanz) liegen im Normalbereich.
Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte (PSM) sind, soweit untersucht, nicht
nachweisbar. Der Grenzwert für PSM gilt damit als eingehalten. Die mikrobiologischen
Befunde sind einwandfrei.
Eisen, Mangan, Arsen, und Ammonium sind nicht nachweisbar.

Die Untersuchungen auf die Parameter der Anlage 2 und 3 der Trinkwasserverordnung
ergeben, soweit untersucht, keinen Grund zur Beanstandung.
Mit einer Calcitlösekapazität von – 45 mg/l CaCO3 ist das Wasser kalkabscheidend.
Die Forderungen der TrinkwV an das Kalklösungsvermögen sind eingehalten.

Die in DIN EN 12502 Teil 2 - 5 und DIN 50930 Teil 6 genannten Parameter pH-Wert,
Base- und Säurekapazität, Calcium-, Chlorid- und Sulfatgehalt entsprechen den dort
genannten Anforderungen zur Schutzschichtbildung auf


 - Gusseisen und niedrig- und unlegierten Stählen,
 - nichtrostenden Stählen,
 - Kupfer- und Kupferlegierungen und
 - innen verzinntem Kupfer,


so dass bei diesen Werkstoffen die Anforderungen, die aus korrosionschemischer
Sicht an Trinkwasser gestellt werden, grundsätzlich erfüllt sind, wobei ein ausreichend
hoher Sauerstoffgehalt vorausgesetzt wird.
Asbestzement und andere zementgebundene Werkstoffe werden nicht angegriffen.


Gemeindewerke Obertraubling
Eigenbetrieb der Gemeinde Obertraubling
für Wasserver- und Abwasserentsorgung


Az. W.2.1-862

Einschränkungen:
Schmelztauchverzinkte Eisenwerkstoffe dürfen nach DIN 50930 Teil 6 nicht mehr
eingesetzt werden, da die Basekapazität bis pH 8,2 größer als 0,2 mmol/l ist (§17
Abs. 3 TrinkwV i.V.m. der Bewertungsgrundlage für metallene Werkstoffe im Kontakt
mit Trinkwasser (Metall-Bewertungsgrundlage) des Umweltbundesamtes (UBA) vom
März 2017. Im Warmwasserbereich darf generell – d.h. unabhängig vom Chemismus
–verzinkter Stahl nicht verwendet werden (§ 17 Abs.3 TrinkwV i.V.m. der Metallbewertungsgrundlage
des UBA).


Verzinkter Stahl sollte daher in der Trinkwasserinstallation prinzipiell nicht eingesetzt
werden. Grundsätzlich gilt, dass Werkstoffe für neue Installationssysteme so ausgewählt
werden müssen, dass gesonderte Schutzmaßnahmen nicht erforderlich sind.
Wird allerdings bei älteren Anlagen eine erhöhte Abgabe von Korrosionsprodukten
infolge einer erhöhten Basekapazität bis pH 8,2, eines zu hohen Neutralsalzquotienten
S1 oder eines zu hohen Zinkgerieselquotienten S2 festgestellt, lässt sich diese
durch die Zugabe von Korrosionsschutzmitteln, wie Phosphate, Silikate oder deren
Gemische, günstig beeinflussen. Es dürfen nur zugelassene Zusatzstoffe und zertifizierte
Dosiersysteme verwendet werden.


Messinge haben eine hohe Anfälligkeit für Spannungsrisskorrosion. Das Schadensrisiko
lässt sich vermindern, wenn bei der Verarbeitung der Bauteile kritische Zugspannungen
vermieden werden. Eine Wärmebehandlung der fertigen Bauteile reduziert
die Wahrscheinlichkeit der Spannungsrisskorrosion insgesamt (DIN EN 12502
Teil 2). Die Wahrscheinlichkeit der Entzinkung von Messing steigt mit dem Zinkgehalt
und der Temperatur (DIN 12502 Teil 2). Entzinkungsbeständige Messinge hemmen
die Entzinkung.


Die elektrische Leitfähigkeit des Wassers (bei 20o), ist größer als 500 S/cm und liegt
damit in einem Bereich, in dem die Korrosionswahrscheinlichkeit bei Edelstahlplattenwärmetauschern,
die mit Kupfer hartgelötet sind, erhöht sein kann.


Zusammenfassung:
Aus korrosionschemischer Sicht können außer verzinktem Stahl grundsätzlich alle im
Verteilungsnetz und in der Trinkwasserinstallation üblichen Werkstoffe eingesetzt
werden. Im Falle von Edelstahlplattenwärmetauschern, die mit Kupfer hartgelötet
sind, sollte beim Hersteller abgeklärt werden, ob sie unter den gegebenen Umständen
eingesetzt werden können.

Die Ergebnisse der einzelnen Untersuchungsparameter können im Rathaus der Gemeinde
Obertraubling, Josef-Bäumel-Platz 1, 93083 Obertraubling Zimmer 14/I eingesehen
werden.

Zu den einzelnen Untersuchungswerten geht es hier.


Obertraubling, den 18.10.2018


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Kategorien: Bekanntmachungen