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Brücke Rathaus
Schafe Obertraubling
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Obertraubling Sicht aus Höflinger Forst Mai 2016 Autor Mullen (2).jpg

Informationen der Jägerschaft Obertraubling

15.05.2020 Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir möchten Sie über einige Angelegenheiten informieren, welche die Jagd in Obertraubling und das Miteinander in der Feldflur unseres wunderschönen Heimatortes Obertraubling betreffen.

Brut- und Setzzeit:

Ab ca. März (Frühjahr) eines jeden Jahres beginnt die als Brut- und Setzzeit definierte Zeit, in welcher unsere Wildtiere, aber auch dem Naturschutz unterliegende Tierarten nicht nur im Wald, sondern auch in der Feldflur Ihre Kinderstuben errichten. Nicht sichtbar für den Spaziergänger, beginnen dann Vogelarten (so genannte Bodenbrüter) Ihre Nester im Feld, an Feldrändern, in Hecken und in Wiesen und Brachflächen zu errichten, um dort Ihre Jungen auszubrüten und die Kinderstube zu verpflegen. Der Feldhase setzt seine Jungen im März in der Offenlandschaft, das Rehwild ist hochträchtig und setzt seine Kitze ab Mai und auch das Schwarzwild (Wildschweine) haben in dieser Zeit seine Jungen (Frischlinge) beim Durchstreifen der Feldflur bereits im Schlepptau. Bis auf die Bundesländer Baden-Württemberg, Sachsen und Bayern gibt es in jedem anderen Bundesland in der Zeit von 01. April sogar bis mindestens 30. Juni eine Anleinpflicht für Hunde. Wir appellieren an Sie als Hundehalter und Freizeitsuchender, dass Sie bei Ihren Spaziergängen auf den dafür vorgesehenen Wegen bleiben und Ihre Hunde auf keinen Fall in die bewachsenen Felder, Wiesen und Brachflächen laufen lassen. Über die Gründe dessen und warum es in so vielen Bundesländern eine Anleinpflicht gibt, können Sie sich bei Interesse auf einschlägigen Internetseiten informieren. (Bsp.: https://www.deine-tierwelt.de/magazin/leinenpflicht-brut-setzzeit/)

 

Fuchsräude:

Ja, auch im Wald und der Feldflur des Ortsgebietes Obertraubling gibt es Ihn, den Rotfuchs. Und dies nicht zu knapp. Wir schätzen die Populationen im Jagdrevier Obertraubling als relativ hoch ein. Mehrere Fuchs- und auch Dachsbaue sind uns bekannt und wer die Augen offen hält kann vor allem in den frühen Morgenstunden Füchse auf der Suche nach Beute beobachten. Leider mussten wir im Jagdjahr 2019/2020 mehrere Todfunde von Füchsen verzeichnen, welche auffällige Veränderungen des Fells mit haarlosen und wunden Stellen verzeichnen. Diese Veränderungen deuten auf das Vorkommen der Fuchsräude (sog. Sarcoptes-Räude) hin. Diese Krankheit ist auch für Ihre Haustiere ansteckend und führt unweigerlich zum Tod des Tieres. Deshalb möchten wir Ihnen nahelegen, darauf zu achten, dass vor allem Ihre Hunde nicht mit wildlebenden Füchsen in Berührung kommen. Auch zu dieser Krankheit können Sie sich bei Interesse im Internet und der einschlägigen Literatur näher informieren. (Bsp.: https://de.wikipedia.org/wiki/Fuchsr%C3%A4ude)

 

Wildschweine in der Feldflur Obertraubling:

Vor allem ab der Zeit der Rapsblüte – also, wenn dieser als erste Frucht im Feld genügend Deckung bietet – haben wir in der Feldflur von Obertraubling das Schwarzwild als so genanntes Standwild (ständig anwesend) im Revier, Ein Kerngebiet hierfür ist sicherlich die Feldflur zwischen Obertraubling, dem Burgweintinger Wald und der Verbindungsstraße von Piesenkofen nach Oberhinkofen. Es handelt sich beim Wildschwein um ein wehrhaftes Wild, welches sich, wenn es in Bedrängnis gerät oder seine Jungen (Frischlinge) zu schützen sucht, zur Wehr setzt. Deshalb ist hier mit Ihren Hunden besondere Vorsicht geboten. Lassen Sie Ihre Hunde auf keinen Fall in hochbewachsene Felder (Raps oder Mais) laufen. Wir alle wollen, dass Ihr Hausfreund vom täglichen Gassigehen auch wieder unbeschadet heimkehrt. Als Spaziergänger, der sich am Tage bewegt, haben Sie vor diesem in der Regel scheuen Wild nichts zu befürchten, aber bitte nehmen Sie Abstand von Spaziergängen nach Einbruch der Dunkelheit. Hier sind die Schwarzkittel verstärkt aktiv. Da Wildschweine in unseren Feldkulturen erheblichen Schäden anrichten können und wir als Jäger für diesen sog. Wildschaden aufkommen müssen, wird das Schwarzwild von uns sehr stark bejagt und dies eben vor allem zur Nachtzeit.

Hasenpest:

Bei unseren Feldhasen wurde in den letzten Jahren auch in der Oberpfalz und Niederbayern vermehrt die Hasenpest (sog. Tularämie) nachgewiesen. Diese kann auch für den Menschen gefährlich sein. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie in der Feldflur einen toten Hasen auffinden und fassen Sie diesen auf keinen Fall an!

(https://www.lgl.bayern.de/tiergesundheit/tierkrankheiten/bakterielle_pilzinfektionen/tularaemie/index.htm)

Beschädigung von Jagdeinrichtungen und Störung der Jagdausübung:

Leider kommt es im Jagdbezirk Obertraubling, aber auch in den Nachbarbezirken, vermehrt zu Beschädigungen unserer Jagdeinrichtungen und zu Beschimpfungen. Sicherlich gibt es unter Ihnen auch viele, welche die Notwendigkeit einer Bejagung von Wildtieren nicht verstehen, für falsch halten und sich auch dagegen zur Wehr setzen wollen. Diese Abneigung akzeptieren wir und suchen deshalb das Gespräch um aufzuklären. Leider gibt es immer wieder Personen, welche hier beratungsresistent sind und zu anderen, nicht rechtmäßigen Mitteln greifen. Wir als Jäger haben per Gesetz die Aufgabe die heimischen Wildtiere zu hegen und zu bejagen. Gerade in Obertraubling findet diese Bejagung - bis auf das Schwarzwild – sehr großflächig statt. Die Hauptzeit unserer jagdlichen Aktivität erstreckt sich auf andere Tätigkeiten und nicht auf das Erlegen von Wild.

Um die Bejagung von Wildtieren so sicher wie möglich und ohne unnötige Störung der Wildtiere handhaben zu können, stellen wir geeignete Jagdeinrichtungen (Jagdsitze und -kanzeln) im Feld auf. Diese Jagdeinrichtungen dürfen nicht durch Sie betreten werden, da wir hier bei Unfällen ein versicherungstechnisches Problem bekommen. Außerdem bitten wir Sie, diese weder zu verändern noch zu zerstören oder zu beschädigen. Wir haben wegen der Häufigkeit der Vorkommnisse dazu entschieden, jegliche Beschädigung zur Anzeige zu bringen.

  

Des Weiteren gibt es an einschlägigen Stellen/Flächen Beschilderungen, welche Sie darüber informieren sollen, dass die jeweilige Fläche bitte nicht betreten werden soll -  es sogar ein Betretungsverbot gibt.

Zum Beispiel gibt es im Revierteil zwischen Piesenkofen und Einthal eine Gemeindefläche (sog. Krohe), welche zugleich als Wildruhezone dient. Hier haben Sie als Spaziergänger kein Betretungsrecht und es wird durch mehrere Beschilderungen darauf aufmerksam gemacht. Bitte nehmen Sie das ernst! Schließlich sind es am Ende wir Menschen, die den Wildtieren ihren Lebensraum streitig machen. Durch die erhebliche Bautätigkeit der letzten 50 Jahre und auch durch den erheblich gestiegenen Bedarf an Naherholung sollte uns aber bewusst sein, dass wir den angestammten Wildtieren auch ihren Teil als Lebensraum belassen. Die Natur ist nicht nur für uns Menschen da. Ein deutlicher Hinweis ist der Artenschwund nicht nur bei Insekten.

An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweis. Es kommt von Mai bis Juli immer wieder vor, dass augenscheinlich verwaiste Rehkitze fiepend (schreiend) nach ihrer Mutter suchen. Meistens holen die Geißen ihre Kitze wieder dort ab, wo sie sie an sicheren Orten abgelegt haben. Fassen sie das Kitz keinesfalls an, wenn es auch noch so mitleidig fiept, da es sonst von seiner Mutter unter Umständen nicht mehr angenommen wird. Neben Unfällen der Geißen kommt es auch immer wieder vor, dass diese von freilaufenden Hunden verjagt werden, und erst viele Stunden später oder auch erst am nächsten Tag wieder zurückkehren, um ihr Kitz abholen zu wollen. Informieren Sie uns in solchen Fällen, wir kümmern uns dann darum.

Bei allen Fragen nehmen Sie bitte gerne Kontakt zu uns auf! (0176-62420059; JaegerObertraubling@gmail.com).

 

Ihre Jagdpächter der Jagdgenossenschaft Obertraubling-Piesenkofen

Michael Wieland und Thomas Scheuerer

Kategorien: Rathaus